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Musik

Jeder hat so seine Lieblingsmusiker. In lockerer Folge möchte ich über einige von Ihnen mit der Zeit hier etwas “auf das Papier bringen”. Gestartet wird mit den Beach Boys, weil sie mit oftmals mit ihren Songs eine gute Laune spendiert haben und es heute noch tun.

The Beach Boys

Musik, die ich heute noch gerne höre. The Beach Boys, das waren mehr als “Surfing” und “California Girls”, Paul McCartney hat mehrfach betont, dass die Beach Boys einen großen Einfluss auf das Album der Beatles “Sgt. Pepper’s Loney Heart Club Band” hatten.

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Die Beach Boys entstanden 1960 aus der Gruppe “The Pendletones”. Ihre Gründungsmitglieder und über Jahre der Kern der Gruppe waren die Gebrüder Brian, Carl und Dennis Wilson sowie Mike Love und Al Jardine. Ihr Herzstück war Brian Wilson, ein musikalisches Genie mit dem Hang zum Wahnsinn. Ein weiteres langjähriges Mitglied wurde 1965 Bruce Johnston.. 

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Die Beach Boys hatten insgesamt 36 Singles in den Top 40 Charts der USA. Vier Mal gelang ihnen dort ein Nummer 1-Hit (I get around, Helo me Rhonda, Good Vibrations und - viel später in anderer Besetzung - Kokomo). Anfangs waren die Songs der Beach Boys eher eingängiger Natur und beschäftigten sich mit dem kalifornischen Lifestyle (Beispiele: “Fun Fun Fun”, “Little Deuce Coupe”, “Surfin’ USA” und “Surfin’ Safari”). Später - und das bewirkte das Ansehen der Beach Boys als einen Meilenstein der Popmusik - waren sie geprägt von komplexeren Arrangements bei der Instrumentalisierung und beim Gesang. Sie trugen meist die Handschrift von Brian Wilson. Die Geschicke der Band wurden anfangs vom Vater der Wilson Brothers, Murry Wilson, gelenkt. Im Jahre 1964 feuerte Brian Wilson seinen Vater nach einer gewalttätigen Auseinandersetzung im Studio.

Brian Wilson als musikalischer Kopf der Gruppe war den Belastungen nicht gewachsen. Im Dezember 1964 erklärte er nach einer Angstattacke während eines Fluges seinen Rücktritt von den Life-Auftritten der Beach Boys. Später kamen noch schwere Drogenprobleme und Depressionen hinzu. Er wurde zunächst durch Glen Campbell ersetzt. Als dieser eigene Erfolge als Country- Star hatte, stieß Bruce Johnston zur Gruppe; zunächst nur als Brian Wilson-Ersatz bei Live-Auftritten, später als zusätzliches Mitglied. Brian Wilson konzentrierte sich auf das Schreiben von Songs und er begann im Studio mit Studiomusikern “zukünftige” Beach Boys-Songs einzuspielen, die dann während der Tour-Pausen der Band nur noch mit dem Gesang der Beach Boys- Mitglieder versehen wurden. Erste Beispiele dieser Periode waren die Alben “All Summer Long” und “Shut Down Vol. II”. Im Jahre 1966 entstand das wohl berühmteste Album der Beach Boys “Pet Sounds”. Es stellt neben Sgt. Peppers’ Lonely Heart Club Band einen Meilenstein der Musikgeschichte dar. Die Lieder “Wouldn’t it be nice” und “God only knows” daraus sind Zeugnis für Brian Wilson’s außerordentliches Können als Komponist, Arrangeur und Produzent. Pets Sound wurde im übrigen produziert, als die Beach Boys in Japan auf Tournee waren. Nach der Rückkehr wurden lediglich noch die Stimmen der Band darüber gelegt, was nicht die Zustimmung aller Band-Mitglieder fand. Insbesondere Mike Love war dagegen. Pet Sounds wurde zwar hoch gelobt und anerkannt, war kommerziell aber nicht der große Erfolg. Brian Wilson traf dies sehr. 

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Ein großer Erfolg wurde hingegen Good Vibrations im Jahre 1966. Brian Wilson zerlegte dieses Lied in einzelne Komponenten und nahm sie mehrfach in verschiedenen Studios auf. Abschließend erfolgte das Zusammenfügen der besten Aufnahmen und das Hinzufügen der Stimmen. Good Vibrations war eigentlich der erste Welterfolg der Beach Boys und der Song war sowohl ein Nummer 1-Hit in Amerika und Großbritannien. Der Gesundheitszustand von Brian Wilson verschlechterte sich weiter. Seine Depressionen wurden stärker, er wurde paranoid und er wurde schwergewichtig. Auch der Erfolg der Beach Boys ließ nach Good Vibrations nach. Das Album “Wild Honey” im Jahre 1967, u.a. mit dem Lied “Darlin’”, wurde zwar ebenfalls von den Kritikern hoch gelobt, aber es verkaufte sich mehr recht als schlecht. Etwas besser ging es mit der Single “Do it again”. Ende der 60er- und Anfang der 70er-Jahre verschlechterte sich der Zustand von Brian Wilson weiter. Als Gruppenmitglied und als Komponist trat er nicht mehr in Erscheinung. Die anderen Bandmitglieder übernahmen das Schreiben der Songs.   

In 1969 erschien das letzte Album der Beach Boys (“02/20”) bei der traditionellen Plattenfirma Capitol Records. Die ersten beiden Alben bei Reprise Records waren “Sunflower” im Jahr 1970 und “Surf’s Up” in 1971. Im Jahr 1972 ersetzten Ricky Fataar und Blondie Chapman Brian Wilson und Bruce Johnston bei den Beach Boys. Das Album “Carl And The Passions - So Though” bestand im wesentlichen aus Liedern, die die beiden neuen Bandmitglieder für ihre vorherige Gruppe “Flame” geschrieben hatten und der typische Beach Boys-Sound ging verloren. Die LP wurde kein Erfolg. Immer noch mit Fataar und Chapman erschien im Jahre 1973 das Album Holland. Es war überraschenderweise recht erfolgreich. In den Jahren 1974 und 1975 erschienen keine neuen Beach Boys-Songs. Dennoch gab es Hit-Alben, weil die alte Plattenfirma “Capitol Records” alte Beach Boys-Songs nochmals veröffentliche (Alben “Endless Summer” und “Spirit of America”). 1976 wurde das Album “15 Big Ones” veröffentlicht, welches wieder in weiten Teilen von Brian Wilson beeinflusst wurde. 1977 folgte das Album “Love you”. Danach verschwand Brian Wilson wieder weitgehend von der Bildfläche. Er trat nur noch sporadisch mit den Beach Boys bei Konzerten auf.

Ende der 70er-Jahre bekam auch Dennis Wilson zunehmend Alkohol- und Drogenprobleme. Er konnte die Sucht nicht besiegen und er ertrank 1983, als er stark alkoholisiert nach Dingen tauchte, die er zuvor wutentbrannt über Bord des Schiffes geworfen hatte. Trotz des Todes von Dennis gingen die Beach Boys noch weiter erfolgreich auf Tour (Kern-Besetzung: Carl Wilson, Mike Love, Al Jardine und der zuvor zurückgekehrte Bruce Johnston). So spielten sie am 4. Juli 1985 an einem Tag vor einer Millionen Leuten in Philadelphia und vor 750.000 Zuhörern in Washington. 9 Tage später traten die Beach Boys im legendären Live Aid Konzert auf. 1988 gelang der Gruppe überraschend noch einmal ein Hit mit “Kokomo”. Danach wurde es still um die Beach Boys. Am 6. Februar 1998 starb Carl Wilson an Krebs.

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Dennis Wilson (links), gestorben am 28.12.1983.

Carl Wilson (rechts), gestorben am 06.02.1998.

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Mike Love und Bruce Johnston touren noch heute unter dem Namen Beach Boys. Al Jardine schied 1998 aus und verfolgt seitdem eine Solo-Karriere. Brian Wilson ist seit Mitte der 80er-Jahre als Solokünstler tätig. Seine Psyche stabilisierte sich und seit Anfang des Jahrtausends trat er wieder regelmäßiger in der Öffentlichkeit auf und veröffentlichte Alben. Der Höhepunkt war im Herbst 2004 die Veröffentlichung des legendären Albums “Smile”. Mit dem Projekt hatte er 37 Jahre zuvor begonnen, es hat einen symphonischen Charakter und es setzt vom musikalischen Angang auf “Pet Sounds” auf. Brian Wilson trat unter anderem bei dem 50-jährigen Kronjubiläum der Queen im Park des Bucking Ham-Palastes in London und beim Live Aid-Konzert 2005 in Berlin auf.

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Mike Love und Bruce
Johnston (links)

Brian Wilson (rechts)

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Meine persönlich favorisierten Beach Boys Songs sind “California Girls”, “Barbara Ann”, “Good Vibrations”, “God only knows”, “Sloop John B.”, “I can hear music”, “Sail on sailor” und die “California Saga”.

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