

Das berühmte Checkerboard, das dem Piloten als Anflughilfe auf RWY 13 dient


Japan ergab sich kurz nach Fertigstellung dieser zweiten Start- und Landebahn im Jahre 1945. Pläne, Kai Tak zu einem modernen Flughafen auszubauen, wurden 1954 beschlossen. 1957 wurde die neue 2194 Meter lange Runway (nordwest/südöstliche Richtung) fertig gestellt. Sie ragte weit in die Kowloon Bay hinein. Die Start- und Landebahn wurde im Zeitverlauf noch zwei Mal verlängert (1970 auf 2529m und 1975 auf 3390m). Das Passagier-Terminal wurde 1962 vollendet und der Flughafen wurde in Hong Kong International Flughafen umbenannt. Ein Instrumenten-Lande-System (ILS) wurde 1974 installiert, um den schwierigen Anflug auf Runway 13 zu erleichtern.


Am Anfang lagen der Flughafen und die Siedlungen relativ weit auseinander. Aber sowohl die Siedlungen in Kowloon als auch der Flughafen expandierten, so dass sie sich gefährlich nahe kamen (siehe Bilder unten).
Darüber hinaus war die Kapazität des Flughafens bald erschöpft und es war kein weiterer Ausbau mehr möglich. Im Jahre 1990 entschied die Regierung von Hongkong als Bestandteil des sogenannten “Rose Garden Plans”, den neuen Airport Chek Lap Kok International Airport zu bauen. Dieser wurde 1998 nach sechsjähriger Bauzeit fertig gestellt und Kai Tak wurde am 06.04.1998 um 1:28 Uhr geschlossen. Der Umzug erfolgte in einer beispielhaften Aktion in einer Nacht.



Der Flughafen Chek Lap Kok wurde im übrigen überwiegend auf einer künstlichen Insel im Meer gebaut. Sie ist im Norden mit der Insel Lantau verbunden. Dazu wurde die Insel Lantau, die bis zu 100 Meter hoch war, auf 7 Meter abgetragen. Die Baukosten beliefen sich auf knapp 15 Milliarden Euro.


Bis zu seiner Schließung war Kai Tak einer der am schwierigsten anzufliegenden Flugplätze der Welt. Für den Anflug mussten die Piloten über eine spezielle Lizenz verfügen.
Der Grund war der "Checkerboard-Anflug". Bedingt durch seine Lage mit einer Gebirgskette im Hintergrund war ein direkter Anflug über Land in Richtung Meer nicht möglich, jedoch aufgrund der meist vorherrschenden Windrichtung unabdingbar. Der Pilot musste daher zuerst über den Gleitpfad das Checkerboard anfliegen und bei Erreichen des Voreinflugzeichens eine 43° Verfahrenskurve einleiten, um auf Landerichtung zu kommen. Nach Ausleiten der Kurve hatte er nur wenige Sekunden Zeit, die Maschine ausgerichtet zu Boden zu bringen. Zudem war die Landebahn sehr kurz und die vorherrschenden Winde erschwerten die Landung zusätzlich. Eine Landung auf Kai Tak galt als die spektakulärste Regellandung in der zivilen Luftfahrt.
Das Anflugverfahren und der Gleitpfad unterschied sich in vier Punkten von anderen Flughäfen:


Der Anflugplan auf RWY 13
Natürlich gab es auch Unfälle in und um KaiTak, aber verglichen zur Schwierigkeit des Anflugs hielten sie sich bzgl. ihrer Anzahl eigentlich im Rahmen.
